12.05.2016

Arbeit neu denken bedeutet flexibel und leistungsorientiert denken

Zum Thema "Arbeit neu denken" wird heute die dreiteilige, gemeinsam vom ÖVP-Parlamentsklub und dem Wirtschaftsbund veranstaltete Enquete-Reihe "Wachstum statt Vorschriften" abgeschlossen. Ziel dabei war es, gemeinsam mit Experten über Wachstum, Beschäftigung und Entbürokratisierung zu diskutieren und Vorschläge für notwendige Reformen zu erarbeiten. "Die heutige Arbeitswelt ist durch einen beweglichen Wechsel zwischen unselbständiger und selbständiger Erwerbstätigkeit gekennzeichnet. Darauf müssen wir in der Politik eingehen und Voraussetzungen schaffen, in denen flexible Arbeitszeiten oder die Vereinbarung von Familie und Beruf gewährleistet sind", hält ÖVP-Klubobmann Dr. Reinhold Lopatka eingangs fest. Arbeit neu denken bedeute, flexibel und leistungsorientiert zu denken, so Lopatka. Klar sei auch, dass Arbeit sich lohnen müsse: "Die Differenz zwischen Arbeitslohn und Sozialnetz muss mindestens 25 Prozent betragen!"

Um bestehende Arbeitsplätze zu sichern und neue zu schaffen, brauche es ein gesundes Wirtschaftswachstum. "Wirtschaft ist die Kernkompetenz der ÖVP. Wir arbeiten daher für Bedingungen, die das Wachstum und damit die Beschäftigung sicherstellen", erklärt Lopatka. Es seien die Unternehmen, die Arbeit schaffen und nicht die Politik – um ihnen ein erfolgreiches Wirtschaften zu ermöglichen, gilt es daher, die bestmöglichen Rahmenbedingungen zu schaffen. Lopatka: "Einiges haben wir bereits erreicht. So wurden bereits vier Beauftragte gestrichen sowie das Gewerberegister durch das bundesweite Gewerbeinformationssystem Austria vereinheitlicht und damit Unternehmern Zeit, Aufwand und Kosten gespart."

An diese gesetzten Schritte gelte es weiter anzuknüpfen, so der ÖVP-Klubobmann. "Unser Ziel ist es, noch vor dem Sommer einen Vorschlag für ein Entbürokratisierungs-Sammelgesetz auf den Tisch zu legen, um überbordende Regulierungen und damit Hemmnisse für das Wirtschaftswachstum zu beseitigen", unterstreicht Lopatka. Schwerpunkte dabei sollen die Abschaffung bzw. Abmilderung des Kumulationsprinzips beim Verwaltungsstrafrecht sowie das One-Stop-Shop-Prinzip im Anlagenrecht bilden.

Wöginger: Brauchen gewisses Prinzip der Wahlfreiheit

Die ÖVP beschäftigt sich intensiv mit dem Arbeitsplatz der Zukunft, weil die Arbeitswelt großen Veränderungen unterworfen ist. Erste Maßnahmen seien bereits gesetzt worden verwies ÖVP-Sozialsprecher Abg. August Wöginger beispielsweise auf die Arbeitszeitflexibilisierung, beispielsweise für Dienstreisen. Auch eine Vier-Tage-Woche sei möglich und funktioniere beispielsweise in einem Tischlereibetrieb mit 60 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in seiner Heimatgemeinde hervorragend, so Wöginger, der sich auch in einigen Branchen eine weitere Ausweitung der Arbeitszeit – beispielsweise auf zwölf Stunden pro Tag bei einer Dreieinhalbtagewoche oder inklusive Überstunden vorstellen kann.

Notwendig sei jedenfalls ein gewisses Prinzip der Wahlfreiheit – sowohl in die eine als auch in die andere Richtung. Jüngere Menschen würden gerne mehr Überstunden machen, weil sie zum Beispiel für den Hausbau Geld brauchen. Viele wollen aber auch Teilzeit arbeiten, wenn die Kinder noch kleiner sind. Hier kann sich Wöginger durchaus vorstellen, einige Beschränkungen aufzuheben. "Wir sollten nicht immer alles zu Tode regulieren. Wir brauchen einen gewissen Rahmen, und in diesem ist Flexibilität ein Gebot der Stunde", so der ÖAAB-Bundesobmann, der auch auf den ÖAAB-Vorschlag für ein Modell von Zeitwertkonten hinwies. Es gehe um eine Win-Win-Situation sowohl für den Arbeitgeber als auch den Arbeitnehmer. "Man ist sicher bereit, Spitzen abzudecken, wenn es auf der anderen Seite das nötige Ausmaß an Freizeit gibt."

Wichtig sei auch Deregulierung, sprach der ÖVP-Sozialsprecher die oft belastenden Aufzeichnungspflichten an. Hier müsse es zu weiteren Entflechtungen kommen, wobei einiges schon umgesetzt worden sei. "Wir müssen uns auf die Tätigkeit konzentrieren und nicht in der Dokumentation und Aufzeichnung ersticken."

Neue Formen wie auch Crowdwork – also Leiharbeitsfirmen über Internetplattformen - würden in der neuen Arbeitswelt ebenfalls auf uns zu kommen und "wir sollten uns damit auseinander setzen, weil es einfach stattfindet". Weltweit gibt es bereits rund 2.500 Plattformen, in Deutschland 65. "Bei uns ist das noch kein Thema, aber auch die Österreicherinnen und Österreicher werden sich daran beteiligen und darauf müssen wir uns vorbereiten."

Er, Wöginger, sei bereit, den innersozialpartnerschaftlichen Dialog stärken, um zu guten Lösungen im Sinne der Beschäftigung, des Standorts und der Wirtschaft zu kommen.

Sprechstunde:

Sprechstunde im Bezirkssekretariat der OÖVP Schärding (Anmeldung unter Tel. 07712 2478).

7. Juli: 10-12 Uhr

Termine

13. Juli: Nationalratssitzung

 

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