06.07.2016

Ausbildungspflicht signalisiert Jugendlichen, dass sie gebraucht werden

ÖVP-Lehrlingssprecherin Angelika Winzig erhofft sich mehr Motivation.

Lernschwache Schülerinnen und Schüler hat es schon immer gegeben. Früher gab es jedoch mehr Möglichkeiten für Hilfsarbeitertätigkeiten, bei denen diese Menschen dann einen Arbeitsplatz gefunden haben. Das finden wir heute nicht mehr vor. Wichtig ist es daher, Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, zur Seite zu stehen. Und das machen wir mit diesem Gesetz. Das Ausbildungspflichtgesetz ist eine wichtige sozialpolitische Maßnahme für die Jugend in unserem Land. Das sagte heute, Mittwoch, ÖVP-Sozialsprecher Abg. August Wöginger anlässlich der Debatte zum Ausbildungspflichtgesetz und Jugendausbildungsgesetz im Nationalrat.

Österreich liegt mit elf Prozent Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (19 Prozent) gut. In Spanien und Griechenland beträgt die Jugendarbeitslosigkeit etwa 50 Prozent, und dort gebe es auch gesellschaftspolitische Probleme, „weil die Jugendlichen das Gefühl vermittelt bekommen, nicht gebraucht zu werden“, so Wöginger.

„In Österreich geben wir jungen Menschen hingegen – entweder über einen Schulplatz, einen Lehrplatz oder eine sonstige Ausbildung – das Gefühl, gebraucht bzw. an den Arbeitsmarkt herangeführt zu werden“, zeigte Wöginger kein Verständnis für die Kritik der Opposition. “Wir haben in den letzten Tagen gute Verhandlungen geführt und sind so weit gegangen, wie wir es mit gutem Wissen und Gewissen auch konnten.“

„Wenn jugendliche Asylwerber aus Kriegsgebieten zu uns kommen, müssen sie aber zuerst die Sprache lernen. Ohne diese gibt es keine Integration. Dazu bekennen wir uns. Denn sonst gibt es keine Möglichkeit für eine schulische Ausbildung oder einen Lehrplatz. Wenn die jugendlichen Asylwerber bleiben können, sollen allerdings die Verfahren beschleunigt werden“, so der Sozialsprecher weiter. „Das ist menschlich und notwendig. Was wir aber nicht wollen, ist ein genereller Zugang von jugendlichen Asylwerbern in die Ausbildungspflicht. Das wäre ein falsches Signal, weil wir dies auch nicht erfüllen können. Wir würden damit eine falsche Erwartungshaltung an jugendliche Asylwerber senden.“

Winzig: Gesetz bringt Motivation und Arbeitswilligkeit

Auch Wögingers Vorrednerin, ÖVP-Lehrlingssprecherin Abg. Dr. Angelika Winzig, lobte das neue Ausbildungspflichtgesetz und hofft, dass sich dadurch bei den Jugendlichen mehr Motivation und Arbeitswilligkeit entwickelt. „Im Tourismus“ – Winzig nannte als Beispiel das oberösterreichische Seengebiet – „werden Arbeitswillige gesucht. Auf der anderen Seite stehen viele Arbeitslose und Arbeitssuchende. Das muss geändert werden, setzte Winzig auf ein „Ende der Komfortzone“. Die heute zu beschließenden Gesetze seien wichtige und richtige Schritte dazu. Winzig will einen weiteren Schwerpunkt auf Lehrlingscoaching im Betrieb sowie auf zweijährige Lehren mit Abschluss und Anschluss setzen.

Sprechstunde:

Sprechstunde im Bezirkssekretariat der OÖVP Schärding (Anmeldung unter Tel. 07712 2478).

7. Juli: 10-12 Uhr

Termine

13. Juli: Nationalratssitzung

 

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