31.08.2012

Mit Berufsheer fällt Zivildienst

Darabos- und Hundstorfer-Pläne gefährden Sozialsystem

"Das politische Spiel mit der Versorgung Pflegebedürftiger und Notleidender ist schlichtweg unverantwortlich", sagte ÖVP-Zivildienstsprecher und ÖAAB-Generalsekretär August Wöginger in Reaktion auf das von Hundstorfer vorgestellte Modell des "freiwilligen" Sozialen Jahres. Man könne den Eindruck gewinnen, der Sozialminister nehme in seiner Assistenzleistung für die Berufsheerpläne seines Parteigenossen Darabos bewusst die Gefährdung des Sozialsystems in Kauf.

Insbesondere sei fraglich, wie Hundstorfer die 6.000 neu geschaffenen Freiwilligenstellen füllen möchte. In den vergangenen Jahren hätten sich im Schnitt lediglich 400 Personen für das Freiwillige Sozialjahr entschieden. In Österreich bräuchte man aber mindestens 9.000 Freiwillige um die 14.000 zugewiesenen Zivildiener ersetzen zu können. "Das ist schlichtweg unmöglich und eine Gefahr für das gut funktionierende Gesundheits- und Sozialsystem", so Wöginger weiter. Auch ein Blick über die Landesgrenzen nach Belgien, Frankreich oder Deutschland, wo sich ebenfalls viel zu wenig Freiwillige gefunden hätten, mache einen sicher, dass derartige Konzepte zum Scheitern verurteilt seien.

Selbst wenn alle 6.000 geförderten Stellen besetzt würden, sei dies ein enormer Einschnitt im Bereich der Rettungsdienste, der Altenpflege und aller anderen Sozialeinrichtungen. "Wenn die nach dem Hundstorfschen Modell nicht besetzten Zivildienststellen mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzt werden müssten, droht der finanzielle Kollaps für die auf Zivildiener angewiesenen Sozialorganisationen", sagte Wöginger.

Nebst mangelndem Recruiting und dem drohenden Kostenkollaps müsse aber auch das mit dem Hundstorferschen Modell einhergehende Lohndumping im Bereich der Sozialberufe thematisiert werden. Ein Mindestlohn von 1.300 Euro brutto (ca. 1.000 Euro netto) für den sogenannten Zivildienstersatz bedeute, dass der Druck auf die Löhne hautpamtlicher Mitarbeiter im selben Berufsumfeld massiv steigen würde. "Gerade in Zeiten einer prekären Arbeitsmarktsituation im Bereich der Sozialberufe ist dieser Lohndumping-Vorschlag genau das falsche Signal an die in diesem Sektor Angestellten", so Wöginger, der sich abschließend abermals "für die Beibehaltung des Zivildienstes im Sinne des guten österreichischen Sozialsystems aussprach."

Sprechstunde:

Sprechstunde im Bezirkssekretariat der OÖVP Schärding (Anmeldung unter Tel. 07712 2478).

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